• SOMMERKONZERT
    des Bachchores und seiner Ensemble

Glanzvolle Bachchöre zeigen 800 Jahre Chorgeschichte

Neben dem großartigen Konzertchor traten in der klanglich wundervollen Reinoldikirche Kinder, Jugendliche und Senioren mit Werken vom 13. Jahrhundert bis in die Moderne hervor.

Der Dortmunder Bachchor, musikalisches Aushängeschild der Evangelischen Stadtkirche, besteht seit geraumer Zeit aus vier verschiedenen Chören für verschiedene Altersstufen. Neben den großen Oratorien, die vom renommierten Konzertchor mehrmals im Jahr zu hören sind, haben auch Kinder, Jugendliche und Senioren eigene Chorgruppen. Und die präsentieren sich traditionell allesamt im warmen Sommer.

Viel Abwechslung bringen die insgesamt 190 Sängerinnen und Sänger am Sonntagabend in das Programm ein, das dem Publikum den lauen Abend mit kurzen Stücken, Leichtigkeit und hohem Anspruch schmackhaft macht.

Mit einem an die Gregorianik angelehnten englischen Werk des 13. Jahrhunderts wandern die 90 Sänger des Konzertchores vom hinteren Teil des Kirchenschiffs dem golden geschmückten Altarraum zu, der die Bühne bildet. Die dreiteilige Motette präsentieren sie im ersten Teil gemeinsam, sehr hymnisch und volltönend, zudem dreistimmig modernisiert, dann folgte je eine Strophe der Frauen und der Männer, welche vorne nebeneinander aufgestellt nochmals gemeinsam einstimmen. Das gibt den ersten großen Applaus des Abends, der bei den folgenden Stücken nicht geringer wird. Die Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren übernehmen die Bühne mit hohen Stimmen und süßen Texten, die das Publikum zum Schmunzeln bringen.

Kinder in Sambalaune Südamerikanisch wird es mit „Anytime you need a calypso“, und auch später erzählen die Kinder in Sambalaune von der „Seefahrt nach Rio“. Tolle Stimmen, schön eingeübt, ein Verdienst von Dirigentin Katharina Mittag. Den passenden rhythmischen Kick besorgt Stefan Kutscher am Klavier. Der Jugendchor schafft mit dem erfahrenen Kinderchorleiter Christian Scheike, auch am Piano, mit Songs wie „Du bist heilig“ von Per Harling eine Popatmosphäre, die immer konzertant bleibt.

Die 70 Senioren erweitern das Klangspektrum unter Dirigent Manfred Schwendner, dem als Interimsdirigenten fungierenden Kantor von der St.-Marien-Gemeinde, mit Stücken von Max Reger, Hugo Distlers „Lobe den Herren“ und dem englischen Hymnus „Jerusalem“. Am Klavier begleiten Ansgar Kreutz und Martina Jaspers.

Modernes „Amen in E“ Der Konzertchor unter Ansgar Kreutz glänzt mit Stücken von Felix Mendelssohn-Bartholdy ebenso wie mit ganz modernen Werken wie John Rutters „Amen in E“, das in den Stimmen aus versetzten Silben besteht.

Staunen können die Zuhörer über die Akustik der Reinoldikirche, die beim gemeinsamen Schlusslied alle vier Chöre sehr stereophon im Raum darstellt.

Vier Dirigenten leiten die Chöre bis zur Ankunft des neuen Kantors Christian Drengk, der Anfang 2019 aus Freiburg nach Dortmund wechselt.

Willkommen sind junge Sängerinnen und Sänger im Kinderchor und Jugendchor. Konzertchor und Senioren sind auf der Suche nach guten Männerstimmen.

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Text: Martin Speer • Foto: Stephan Schütze • RUHRNACHRICHTEN 10.7.2018