Zum Ende der Woche

   … durchatmen

   … auf Musik und Worte hören

   … auf andere Gedanken kommen

   … beten – für uns selbst, für die Stadt, für alle Menschen

   … und gesegnet weitergehen.


Immer freitags um 18 Uhr gibt es an St. Reinoldi Raum dafür. Im Moment ist aber alles anders als „sonst immer“. Um die Ausbreitung des Corona-Virus in unserer Stadt zu verlangsamen, findet auch Abendgebet und Segen in der Reinoldikirche nicht wie gewohnt statt.

Wir tun es trotzdem – nur anders

Die Türen sind geschlossen und der Kirchraum leer. Aber wir (immer nur eine) zünden dort trotzdem zur üblichen Zeit Kerzen an. Schauen in Wortschätze der Bibel auf dem Altar. Nehmen die Welt und unser Leben ins Gebet. Legen Gott Menschen ans Herz, die uns begegnen und auch die, von denen wir nichts wissen. All die Gedanken, Sorgen und Lichtblicke, Unruhen, derzeitigen Beschränkungen und Zuversichten, die wir zu hören und sehen bekommen oder die wir nur erahnen können. Vertrauen darauf: Gott ist da und weiß schon …

Denken Sie sich dazu oder schicken Sie uns Ihre Anliegen

Uns fasziniert die Idee von Pfarrer Don Guiseppe Corbari aus Italien. Er ließ sich von seinen „Gemeindemenschen“ Selfies zuschicken, druckte sie aus und legte sie auf die Bänke in seiner Kirche. So sind sie mit ihm da, sagt er, und fühlt sich mit ihnen verbunden. Freitags um 18 Uhr in der Kirche ergeht es mir (Susanne Karmeier, Stadtkirchenpfarrerin an St. Reinoldi) zurzeit ähnlich: Ich sehe auf all den jetzt freien Plätzen, in den leeren Bänken, vertraute Gesichter und dazu noch ganz neue, mir bekannte, auch fremde. Niemand ist da und doch sind viele gegenwärtig.
Wenn Sie möchten, denken Sie sich freitags um 18 Uhr dazu. Halten von Ferne, von zu Hause, wo auch immer Sie sind, mit uns inne. Finden sich ein bei sich und in der Gegenwart Gottes. Lassen die Woche Revue passieren und das Wochenende kommen.Wenn es Ihnen gut tut, schicken Sie uns Ihre Anliegen, Gedanken, Bitten (karmeier(at)sanktreinoldi.de). Wir nehmen Sie mit und zünden eine Kerze dafür an - so wie Sie es sonst immer selbst in der Reinoldikirche tun können. Es reicht auch einfach der Wunsch, eine Kerze zu entzünden – ohne weitere Erklärungen.

Ostern setzt einen Doppelpunkt – auch 2020

Abendgebet und Segen in Passionszeiten 2020. Bleiben wir einander verbunden, auch ohne uns sehen zu können. Ostern kommt – auch wenn wir es nicht wie gewohnt hier gemeinsam feiern werden. „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ - sagt Jesus denen, die mit ihm nach Jerusalem unterwegs sind im Johannesevangelium. Das Geheimnis, das uns entgegenkommt, auf das wir zugehen, kennt keine verschlossenen Türen und unüberwindbaren Mauern und Grenzen, scheut keine Quarantäne. Verspricht dort zu sein, wo wir sind und mitzugehen. Was lebendig sein, bleiben, werden heißt – für uns in unserer Welt: Finden wir es heraus – im Gespräch mit uns selbst, mit Gott, mit anderen und bleiben dabei bewahrt und behütet.

   Lass dich fallen

   in den Segen des Himmels

   lass dich bergen

   von den Armen der Hoffnung,

   lass dich tragen

   vom Aufwind der Liebe… 

   C. Elke Schray

 

Informationen, Anregungen, Fragen: Wenden Sie sich gerne an Susanne Karmeier, Pfarrerin an der Ev. Stadtkirche St. Reinoldi
karmeier@sanktreinoldi.de
0231. 91 25 337

Zum Team von Abendgebet und Segen an St. Reinoldi gehören:
Christina Biere, Christine Burkhardt, Raimund Dreger, Christian Drengk, Miriam Helmert, Martina Jasper, Christine Jürgens, Manfred Kamecke, Susanne Karmeier, Rolf-Werner Lüke, Judith Palm

„Breit aus die Flügel beide …“ – zum Hineinhören oder Mitsingen

Ein Lied, das sich bei manchen mit Erinnerungen an Kindertage verbindet, mit Abendgebeten und Gutenachtkuss, und den Dauerwünschen, alle und alles möge beschützt bleiben. Der Text ist ein neuer geworden, weil wir ja erwachsener geworden sind, aber gemeint ist immer noch der Gott unserer Kinderherzen. Hören Sie sich hinein, summen Sie mit, stimmen Sie von zu Hause ein – nach Lust und Laune.  

 


   2. Breit aus die Flügel beide, du Freund in allem Leide, in Glück und Lebenskraft,
   im Hoffen und im Sorgen. Wir sind in Dir geborgen, Du Schöpfer, der den Segen schafft.

   3. Breit aus die Flügel beide, die Welt in Frieden kleide rundum dein Himmelszelt. 
   Die Taten und den Willen zum Guten wirst du stillen mit Leben, das dir wohl gefällt.

   Text: Zeile I: Paul Gerhardt, Christina Brudereck, Melodie: Traditionell