ViertelSternStunde

1.-23. Dezember (außer am 7./13.+14. Dezember) // 18-18.15 Uhr

Täglich um 18 Uhr (außer am  7., 13. und 14. Dezember) öffnen sich die Türen der Reinoldikirche zur ViertelSternStunde. Der Bote kündigt sie vorher im Lichtmeer und Trubel auf dem Weihnachtsmarkt vor der Kirche an. Er bahnt sich – drei Meter hoch - seinen Weg durch die Menschenmenge. In der einen Hand hält er einen leuchtenden Stern, in der anderen balanciert er eine in lila Seide eingeschlagene Bibel. Der Stern macht ihn zu einer Lichtgestalt. Ist er ein Engel? Flügel sucht man an ihm vergeblich. Dafür trägt er eine Wollkappe und abgewetzte Turnschuhe. Etwas Fremdes geht von ihm aus und auch Geheimnisvolles. Er lädt ein, lockt, irritiert und möchte die Schritte der Passant*innen in die Reinoldikirche lenken – zur ViertelSternStunde:  

15 Minuten geschenkte Zeit  

… die Hektik der Vorweihnachtszeit unterbrechen 

… sich vom Zauber des Advents berühren lassen 

… neugierig werden 

… hoffen und wünschen 

… oder „einfach nur“ da sein.

 

Die klingende Luft der ViertelSternStunde sind vertraute Adventslieder und ungewohnte Töne. Ganz wie bei einem klassischen Adventkalender ist die Form immer gleich. Doch hinter jeder Tür versteckt sich eine Überraschung. Die Überraschung  der ViertelSternStunde sind herzenswärmende  Geschichten vom Wünschen und Werden, vom Brüchigen und Bergenden, vom täglichen Einerlei und überraschenden Wendungen. Jeden Abend wird eine erzählt, mal augenzwinkernd, mal bewegend und anrührend. Unerwartet verankern sie die Adventsbotschaft mitten in unserem Leben.

Wer mag, kann sich im Anschluss persönlich segnen lassen.

DER HIMMEL REISST AUF ...

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23. Dezember

Manchmal erwarten wir nichts mehr vom Leben, von Weihnachten und vom Advent. Und werden trotzdem gefunden…

22. Dezember

Es gibt Orte, da denkt man nicht, dass es Weihnachten werden kann. Oder gerade da?

21. Dezember

Spielen wir nicht alle manchmal eine Rolle? Heucheln Freude über scheußliche Geschenke, machen Komplimente für missratenes Essen, verbergen unsere schlechten Angewohnheiten vor denen, die uns eigentlich am besten kennen. Was würde eigentlich passieren, wenn wir einfach mal ehrlich wären?

20. Dezember

Raus, einfach nur weg. Weg vom vorweihnachtlichen Trubel in den Einkaufsstraßen. Raus aus den stickigen Stuben, in denen Familien heile Welt spielen. Und vielleicht wartet da draußen, zwischen Schneegestöber und kalter Winterluft, eine Begegnung mit einem alten Bekannten und ein Lächeln, das alles befriedet ...

19. Dezember

Der Stern von Bethlehem überstrahlte alles, erzählt die Bibel. Er stand über dem Stall, über dem Kind und machte die Welt hell. Lässt er sich noch heute noch entdecken? Vielleicht sogar wieder  – wie damals - in Bethlehem?  Dort steht heute eine Mauer, die Israelis von Palästinensern trennt. Die ist gesichert wie eine Grenzanlage. Fotografieren verboten. Eine Fotografin wird dort trotzdem fündig.  - Mauern brauchen Sternstunden, um überwunden zu werden.

18. Dezember

Jeder Mensch hat Wünsche. Aber manchmal kommen sie uns im Laufe des Lebens abhanden. Wir vergraben sie auf dem Grund unseres Herzens und trauen uns nicht mehr, dorthin zu fühlen. Glück hat, wem dann eine Geburtshelferin für Wünsche ins Haus fällt, die sich dann auch noch um ihre Erfüllung kümmert.

17. Dezember

Weihnachten. Ein Kind in eine Lederjacke gewickelt. Bei 4° an der Bushaltestelle.

16. Dezember

Wann ist die Kindheit zu Ende? Mit der Pubertät, mit der Volljährigkeit oder wenn wir ausgezogen sind? Spürbar wird es jedenfalls dann, wenn sich etwas, das immer so war, verändert. Henning merkt es an Weihnachten.

15. Dezember

Großeltern und Enkelkinder – das ist oft etwas ganz Besonderes. Als Gerda die ganze Welt dunkel erscheint – weil alles anders geworden ist, bringt Manuel sie wieder zum Leuchten.

12. Dezember

Wussten Sie schon als Kind, was Sie mal werden wollen? Feuerwehrmann vielleicht oder Polizistin? Astronautin oder Lokomotivführer – wie Lukas? Als Kind machen wir uns noch keine Gedanken über Arbeitszeiten, Risiken, Verdienst oder dem Talent, das wir brauchen. Nein, wir wollen es einfach. Und dann …? Marion jedenfalls kannte schon früh ihren Traumberuf und es war ihr egal, dass die Erwachsenen darüber lachten. Zugegeben, alltäglich ist der nicht. Aber was gibt es besseres als einen Beruf, bei dem das ganze Jahr über Weihnachten ist und bei dem man sich treu bleibt…

11. Dezember

Haben Sie noch Wünsche, sind Sie wunschlos glücklich oder haben Sie das Wünschen schon längst verlernt? Berta musste es jedenfalls neu entdecken. Was für eine Kettenreaktion ihr Wunsch auslöste, damit hat sie nicht gerechnet. Denn Wünsche sind ansteckend.

10. Dezember

Weihnachten werden Menschen ins rechte Licht gesetzt. Manchmal reicht ein Zeitungsartikel aus dem Altpapier. Und am Ende sind alle Beschenkte.

9. Dezember

Manchmal liegen Tod und Geburt, Abschied und Erwartung ganz nah beieinander. Liebe ist, am Ende das Leben noch einmal auffunkeln zu lassen. Und Weihnachten, mit einem Lied aus Hoffnung gehen zu können.

8. Dezember

In England gibt es seit 2018 die erste Ministerin gegen Einsamkeit. In Amerika arbeiten Forscher an einer Pille dagegen. Dabei könnte Abhilfe schaffen, was so alt ist wie die Menschheit.

6. Dezember

Seit Adam und Eva wissen wir es. Diese Sache zwischen Mann und Frau ist eine tückische Angelegenheit. Missverständnisse vorprogrammiert. Wie gut, dass es im Leben immer Ritzen gibt, in denen die Liebe blühen kann. ..

5. Dezember

Früher schrieb man Postkarten statt Briefe. Heute Whatsappt man statt zu telefonieren und direkt miteinander zu sprechen. Das klingt unromantisch – aber: Die Liebe findet trotzdem ihre Ausdrucksformen…

4. Dezember

„Kommen Sie uns doch mal besuchen.“ So leicht und schnell ist die Sonntagseinladung ausgesprochen. Aber was passiert, wenn es dann tatsächlich klingelt und der Besuch vor der Tür steht …

3. Dezember

Engel haben es nicht leicht. Sie sollen helfen, schützen, retten. Und im besten Fall auch noch dekorativ sein – so mit welligem Haar und federleichten Flügeln. Wenn man sie wirklich trifft, sind sie allerdings ganz anders.

2. Dezember

Jeder kann siegen, wenn er größer, stärker, mächtiger ist. Doch richtig Spaß macht Siegen erst, wenn es der Außenseiter, der Chancenlose, der Underdog ist, der mit einem cleveren Dreh die Konkurrenz aushebelt…

1. Dezember

Advent – und dann Weihnachten. Was gehört für uns dazu?  Der Duft nach gebrannten Mandeln? Festliche Beleuchtung? Geschmückte Tannenbäume? Manchmal liegt es auf einem Speicher verborgen. Und dann kann uns Weihnachten auch im Hochsommer finden.

Informationen zur ViertelSternStunde erhalten Sie bei Susanne Karmeier:Tel: 0231. 91 25 337 | karmeier@sanktreinoldi.de  
Ein Projekt von Susanne Karmeier, Pfarrerin an der Stadtkirche St. Reinoldi mit dem Abendgebetsteam an St. Reinoldi  Thomas Wachsmann, Stelzenläufer | Vanessa Rust, Kostümbildnerin | Musiker*innen

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Veröffentlichung in der Reihe „Kirche in der Stadt“ / Bd. 22:Nils Petersen (Hg.): 
Stadtliturgien. Visionen – Räume – Nachklänge. Dokumente der CityKirchenKonferenz, Berlin 2016

 

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Fotos: Hannah Praetorius | Mark Fäth (EKKDo)