Das 20-jährige Jubiläum wird mit einem breiten Themenspektrum gefeiert, das auch auf aktuelle Anlässe Bezug nimmt, beispielsweise auf das Gedenken an 80 Jahre Kriegsende. Immer von Neuem werden Anknüpfungspunkte für die Erzählungen der Bilder und Klänge vor Ort aufgezeigt, etwa die Spuren der Kriegszerstörungen und des Wiederaufbaus. In diesem Wintersemester macht die Vorlesung auch noch einmal das Altarwerk und seine Restaurierung sowie die neue Orgel und die Orgelgeschichte in der Stadtkirche St. Reinoldi zum Thema.
Die öffentliche Vorlesungsreihe „Bild und Klang“ lädt ein letztes Mal im Wintersemester 2025/26 in die Reinoldikirche ein. Unter dem Titel „Braucht Freiheit Erinnerung?“ entfaltet sich ein interdisziplinäres Gespräch zwischen Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Geschichte. Die Reihe ist eine gemeinsame Kooperation der TU Dortmund, des Stadtarchivs Dortmund, der Stadtkirche St. Reinoldi und des KLANGVOKAL Musikfestivals Dortmund.
Viele Schicksale und Lebensgeschichten sind mit dem 27. Januar 1945 – der Befreiung von Ausschwitz – verbunden. Stadtkirchenpfarrerin Sandra Sternke-Menne wird Coco Schumann (1924–2018) vorstellen: Der Musiker wurde als Jude verfolgt, 1943 verhaftet und danach zuerst nach Theresienstadt und dann nach Ausschwitz deportiert. Als „Ghetto-Swinger“ musste er an der Todesrampe in Ausschwitz „La Paloma“ und andere Stücke spielen. Auf einem Todesmarsch wurde er schließlich von Soldaten der US-Armee befreit. Nach dem Krieg widmete er sich ganz der Musik und setzte sich für die aktive Erinnerungsarbeit ein. Der Beitrag wird den biographischen Spuren Coco Schumanns und der Erinnerungsarbeit für heute nachzuspüren.
Die Kunsthistorikerin Prof. Barbara Welzel (TU Dortmund) wird nach Erinnerungsorten und nach Strategien öffentlichen Gedenkens fragen. Dabei wird es auch darum gehen, wie Erinnerung heute in einer Gesellschaft aussehen kann, in der das Gedenken der Nachfahren der Täter gleichberechtigt neben den Erinnerungen von Nachfahren der Verfolgten sowie von Menschen steht, deren Familiengeschichten keine Berührungspunkte mit der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945 haben. Vor der Folie, dass sowohl die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wie das Grundgesetz in „Gegenbildlichkeit“ zu den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs und der Shoah formuliert sind, ist zu fragen: Braucht Freiheit Erinnerung?
Am 20. Oktober 2026 beginnt „Bild und Klang“ im Wintersemester 2026/2027
BILD und KLANG – öffentliche Vorlesungsreihe der TU Dortmund in Kooperation mit dem Stadtarchiv Dortmund, der Stadtkirche St. Reinoldi und erstmals in diesem Semester auch das KLANGVOKAL Musikfestival Dortmund.
In dem interdisziplinären Gespräch zwischen Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Geschichte werden vor Ort in der Stadtkirche wechselnde Themen behandelt. Die zwölf Termine im Wintersemester 2024/25 stehen unter dem Titel „Vom Reisen, Ankommen und Weggehen“. Die Themenspanne reicht von ersten Begegnungen, über Pilgern, Passagen und Italienreisen bis zu Flucht, Exil und Deportation. Weitere Abende widmen sich Fliegenden Teppichen, Bilderfahrzeugen und anderen Dingen, die reisen – etwa dem bedeutenden Altarwerk in der Reinoldikirche, das zu Beginn des 15. Jahrhunderts aus Brügge importiert wurde und von den Netzwerken der Hanse zeugt.
Veranstalter: Technische Universität Dortmund in Kooperation mit dem Stadtarchiv Dortmund, KLANGVOKAL Musikfestival Dortmund und der Stadtkirche St. Reinoldi
Leitung: Torsten Mosgraber | Dr. Stefan Mühlhofer | Prof. Dr. Barbara Welzel
Kontakt: Prof. Dr. Barbara Welzel TU Dortmund Institut für Kunst und Materielle
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