• Orgelvesper

    in St. Reinoldi

Christi Himmelfahrt // 14. Mai 2026 // 18 Uhr

Werke von Vincent Lübeck, Akira Nishimura
und Maurice Duruflé  

Orgel – Christian Drengk
Geistlicher Impuls – Superintendentin Heike Proske

An Christi Himmelfahrt erklingt eine Orgelvesper, deren Programm den festlichen, aufwärts gerichteten Gestus dieses Tages aufgreift und zugleich bereits auf das kommende Pfingstfest weist.

Den Auftakt bilden Praeludium und Fuge E-Dur des norddeutschen Organisten Vincent Lübeck, eines Schülers von Dieterich Buxtehude und bedeutenden Vertreters der norddeutschen Orgelschule. Die mehrteilige Anlage mit toccatenartigen Passagen, fugierten Abschnitten und virtuosen Figurationen zeigt typische Stilmerkmale dieser Tradition. Aufwärts strebende Tonbewegungen, brillante Register und tänzerische Elemente verleihen dem Werk einen festlichen, „emporhebenden“ Charakter.

Mit Blick auf das bevorstehende Pfingstfest erweitert sich die Perspektive des Programms. Das Werk „Vision in flames“ des zeitgenössischen japanischen Komponisten Akira Nishimura steht exemplarisch für eine moderne, von repetitiven Strukturen geprägte Tonsprache. In Anlehnung an Prinzipien der Minimal Music entfaltet sich hier ein klangliches Bild von flackernden und sich steigernden Feuerbewegungen. Verdichtete rhythmische Patterns und sich überlagernde Klangschichten erzeugen den Eindruck lodernder Flammen, während ein ruhiger Mittelteil, der an traditionelle japanische Klangästhetik erinnert, einen meditativen Kontrast bildet. Auf diese Weise entsteht eine klangliche Assoziation zum Pfingstmotiv des Feuers, ohne programmatische Eindeutigkeit zu beanspruchen.

Auch das abschließende Werk knüpft an die Pfingstthematik an: Maurice Duruflé verarbeitet in seinem Orgelwerk den gregorianischen Hymnus Veni Creator Spiritus. Nach einer freien Einführung und einem expressiven Adagio erscheint der Choral in schlichter Gestalt und wird in mehreren Variationen entfaltet. Die abschließende Variation in toccatenartigem Gestus führt das Werk zu einem festlichen Höhepunkt und schließt zugleich den dramaturgischen Bogen der Vesper.

Eintritt frei, Spende erbeten