1.-23. Dezember (außer samstags und am 12. Dezember) // 18–18.15 Uhr
Beinah täglich um 18 Uhr im Advent öffnen sich die Türen der Reinoldikirche zur ViertelSternStunde. Unübersehbar kündigt sie ihr Wahrzeichen, der Bote, vorher im Lichtmeer und Trubel auf dem Weihnachtsmarkt vor der Kirche an. Drei Meter hoch bahnt er sich seinen Weg durch die Menschenmenge. In der einen Hand hält er einen leuchtenden Stern, in der anderen balanciert er eine in lila Seide eingeschlagene Bibel. Der Stern macht ihn zu einer Lichtgestalt. Ist er ein Engel? Flügel sucht man an ihm vergeblich. Dafür trägt er eine Wollkappe und abgewetzte Turnschuhe. Etwas Fremdes geht von ihm aus und auch Geheimnisvolles. Er erregt Auf-Sehen, lädt ein, lockt, irritiert und lenkt die Schritte vieler Passant*innen in die Reinoldikirche – zu den ViertelSternStunden.
Das sind
… die Hektik der Vorweihnachtszeit unterbrechen
… sich vom Zauber des Advents berühren lassen
… in Geschichten eintauchen
… hoffen, wünschen, neugierig werden
… oder „einfach nur“ ein- und ausatmen und da sein.
Die klingende Luft der ViertelSternStunde sind vertraute Adventslieder und ungewohnte Töne. Ganz wie bei einem klassischen Adventkalender ist die Form immer gleich. Doch hinter jeder Tür versteckt sich eine Überraschung. Die Überraschung der ViertelSternStunde sind herzenswärmende Geschichten vom HOFFEN und WÜNSCHEN, von GEGLÜCKTEN MOMTENTEN und PLÖTZLICHEN EINSICHTEN, von der VERLETZTLICHKEIT und vom NEUWERDEN. Jeden Abend wird eine erzählt, mal augenzwinkernd, mal bewegend und anrührend. Unerwartet verankern sie die Adventsbotschaft mitten in der Welt und im Leben.
Wer mag, kann sich im Anschluss persönlich segnen lassen.
Letztes Jahr war die Lokalzeit Dortmund bei uns zu Gast. Schauen Sie doch mal rein – in die ViertelSternStunde und den Dreh dazu: Lokalzeit aus Dortmund | 18.12.2024 (ab Minute 6,57). Das weckt die Vorfreude und passt zu unserem biblischen Leitwort 2025:
Unter`m Tannenbaum“ für Oma und Opa Musik machen. Für viele Kinder ist das ein Graus. Dass zwei Geschwister auf einmal Lust darauf bekommen, liegt an ihrer Oma und an der Geschichte, die sie erzählt.
Mit Glanz und Gloria umgeben sich gerne die großen und wichtigen Leute. Dabei sind es oft die Kleinen und angeblich Unbedeutenden, die etwas davon verbreiten. Einer von ihnen bringt sogar in tiefster Nacht einen Abstellwagon einer S-Bahn zum Leuchten…
Auf Josefs Schreibtisch steht eine Karte mit diesem Text: „Ich hasse Überraschungen. Das bedeutet immer nur Stress. Ich will nur von Sachen überrascht werden, die ich schon kenne.“ Aber in der Adventszeit und erst recht zu Weihnachten haben Engel das Sagen. Und die haben einen anderen Text.
Kurz vor Weihnachten stellt sich bei manchen der Christmas Blues ein. Wenn dann noch der Weihnachts-Zug nach Hause ausfällt, ist Zeit total auszurasten. Oder?
Jedes Jahr dasselbe: der Wunsch nach einer heilen Familie unterm Baum – und die Erinnerung daran, dass es sie nie gab. Vielleicht beginnt das Wunder von Weihnachten genau dort, wo man Frieden schließt mit dem, was fehlt.
Manche Menschen schickt der Himmel zur rechten Zeit an den rechten Ort - unverhofft und unerwartet. Oder vielleicht gerade dann?
Die Älteren unter uns kennen ihn vielleicht noch: Hermann - ein Kettenbrief zum Verspeisen. Man bekam ihn von Freundinnen als Sauerteig-Ansatz auf Weizenmehlbasis in einem Glas mit Pflegeanleitung. Und 10 Tage später war er so groß geworden, dass er sich locker wieder teilen ließ. Die eine Hälfte konnte man in gebackener Form selbst genießen. Die andere wurde höchstpersönlich weiter verschenkt. Und so entspann sich ein Netz der Verbundenheit über Stadtgrenzen hinweg. Das geht auch weltweit – mit Papier und Waffelduft, meint Susanne aus Hamburg.
Chanukka erzählt vom Mut, ein kleines Licht gegen das große Dunkel zu setzen. Gar nicht so selten kommt dieses Licht nicht nur – wie heute auch auf dem Opernvorplatz in Dortmund von einem Leuchter - , sondern durch einen Menschen, der bleibt, wo andere wegsehen, der hütet, was sonst vergehen würde, der einspringt, wenn Engel ausbleiben …
Fünf Euro, null Ideen und ein Geschenk, das zurückkehrt wie ein Boomerang. Weihnachten kann grausam sein – und erhellend.
Eigentlich ist es nur ein Konzert. Doch dann passiert etwas, das klingt wie Weihnachten: Der Himmel tut sich auf – völlig unerwartet…
Großmütter und Enkelkinder …Manchmal träumen sich Großmütter ihre Enkelkinder herbei und Enkelkinder ihre Großmütter. Wie Frau Lehmann und Hülya. Hülya ist ein türkischer Name. Er bedeutet „schöner Tagtraum“. Das passt: Hülya bringt Frau Lehmann ins Träumen.
„Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!“ Diese Lebensweisheit kennen wir alle. Aber Hand auf´s Herz: Ist gar nicht so leicht zu reden, wenn es Konflikte gibt und es wirklich darauf ankommt. Frau Wiese hat Glück. Ihr wird das Sprechen abgenommen.
Frau Dunkel macht ihrem Namen alle Ehre. Sie wirkt irgendwie bedrohlich und ist nicht nur Kindern unheimlich. Wie gut, dass es die Neugier gibt und eine Nachbarin, die ihr folgt.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit… Seit dem 17. Jahrhundert singen wir dieses Adventslied in unseren Kirchen. Frau Müller nimmt das ernst.
Advent ist die Zeit der Wünsche. Manche gehen in Erfüllung, andere bleiben leise im Herzen oder werden vom Leben begraben. Als eine Wunschmaschine versagt, entdecken die Menschen etwas, das kein Geschenkpapier der Welt fassen kann ….
Weihnachten irritiert, bringt aus dem Tritt, stellt Gewohntes auf den Kopf, rüttelt an Machtverhältnissen, will verändern. Bei Strasser beginnt das schon im Advent – mit einem Christbaum.
„Mit jedem Menschen stirbt eine ganze Welt“ – sagt ein jüdisches Sprichwort. Manchmal entdecken wir das erst im Nachhinein und kommen ins Staunen.
Manchmal verändert ein Kind alles – die Pläne, die Träume, das Tempo des Lebens. Anton jedenfalls ist anders. Und vielleicht gerade deshalb genau richtig. Mit ihm kann man erleben, was wirklich zählt.
Zeiten kommen und Zeiten gehen. Auf manche freuen wir uns besonders – wie viele jetzt auf den Advent. Aber kann man die Zeit eigentlich sehen? Mit viel Geduld schon. Und wenn man sich die Zeit nimmt hinzusehen…
Der Engel, nach dem ihr euch sehnt, er ist schon unterwegs…
Und Türen, die verschlossen waren, werden euch aufgetan…
Seht die Sterne am Himmel – einer wird aufgehn…
Mache dich auf und werde…
Sag Deiner Seele es ist soweit …
Der Himmel reißt auf …
UN-ERWARTET ... (2020 .... wegen Corona abgesagt)
ERWARTET ....
Und ihr werdet finden ...
Es ist Zeit ...
Und wir hören – und hören nicht auf …
Informationen zu der Geschichte des Abends erhalten Sie bei Susanne Karmeier:Tel: 0231. 91 25 337 | karmeier@sanktreinoldi.de
Ein Projekt von Susanne Karmeier, Pfarrerin an der Stadtkirche St. Reinoldi mit dem ViertelSternStundenTeam an St. Reinoldi Thomas Wachsmann, Stelzenläufer | Vanessa Rust, Kostümbildnerin | Musiker*innen
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Veröffentlichung in der Reihe „Kirche in der Stadt“ / Bd. 22:Nils Petersen (Hg.): Stadtliturgien. Visionen – Räume – Nachklänge. Dokumente der CityKirchenKonferenz, Berlin 2016
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„Die Rolle seines Lebens“ - fand Thomas Wachsmann (Künstler & Künsteleragentur Dortmund / www.mrtom.de) mit dem Boten der ViertelSternStunde www.ev-kirche-dortmund.de
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Fotos: © Stephan Schütze | Hannah Praetorius | Mark Fäth (EKKDo)