Sonntag // 5. März // 18 Uhr

JUDAS – Schauspiel von Walter Jens

Die Verteidigungsrede des Judas Ischariot – verblüffend und provokant. Seit Jahrhunderten steht sein Name für Verrat. Aber war es das wirklich? Oder war es Gehorsam? War das Handeln des Judas ein unumgänglicher Akt im Plan Gottes mit der Menschheit? Wortgewaltig und mitreißend fordert der verzweifelte Apostel in der Rede seine vollständige Rehabilitation. In der besonderen Atmosphäre der Reinoldikirche – direkt unter dem Kreuz - gewährt der Schauspieler Harald Schwaiger faszinierende Einblicke in das Seelenleben von Judas. Und zeigt dem Publikum einen verletztlichen Menschen, der an der Last seines Schicksals fast zerbricht. Reinoldikantor Christian Drengk setzt das Schaupiel an der Orgel mit Musik von J.S. Bach und Camille Saint-Saëns stimmungsvoll in Szene. Susanne Karmeier, Pfarrerin an St. Reinoldi, übernahm bei der Erarbeitung des Regiekonzeptes die theologische Beratung.

Judas gilt in der biblischen Überlieferung als zwielichtiger Jünger Jesu. Für 30 Silberlinge verriet er seinen Freund mit einem verräterischen Kuss und lieferte ihn so dem sicheren Tod am Kreuz aus. Schuldig oder nicht schuldig? In seinem fiktiven Monolog »Ich, ein Jud«, der auf Grundlage seines Romans »Der Fall Judas« von 1975 entstanden ist, wirft der Altphilologe und Literaturhistoriker Walter Jens einen neuen, anderen Blick auf Judas Ischarioth: Judas erscheint in seiner direkten Rede an das Publikum als zerrissener, von Schuldgefühlen bedrückter Mensch. Und erläutert seine Sichtweise auf die ihm zugeschriebene Rolle bei der Erlösung der Menschheit durch das Opfer des Gottessohns. Einerseits verteidigt er seine Tat: War sie nicht notwendiger Bestandteil der Heilsgeschichte Gottes mit seinen Menschen? Und er ging seinen Weg und tat, was er tat, ganz im Einvernehmen mit Jesus? Andererseits überkommen ihn Zweifel und er stellt sich die Frage, wie die Geschichte ohne seinen Verrat verlaufen wäre: die Geschichte der Kreuzigung, der christlichen Kirche, der Judenverfolgung. Die Geschichte Jesu.

Ein aufrüttelndes Gedankenexperiment. Harald Schwaiger gibt dem vermeintlich größten Verräter der Menschheitsgeschichte eine Stimme. Der Trailer zum Schaupiel vermittelt einen Eindruck davon: JUDAS 

Beim Dahlheimer Sommer 2020 feierte das Stück in der Inszenierung von Harald Schwaiger Premiere. Nun ist es endlich auch in der Reinoldikirche in Dortmund zu erleben.

Harald Schwaiger Schauspieler  | Judas & Inszenierung 

Christian Drengk Kantor an St. Reinoldi | Orgel

Dauer ca. 60 Minuten ohne Pause

► Tickets: € 25/20/15 (Schüler:innen/Student:innen/Do-Pass-Inhaber:innen 5 € Ermäßigung)

 ► ab sofort unter www.reservix.de  




Sonntag // 5. März // 11.30 Uhr 

Gottesdienst zum Schauspiel JUDAS von Walter Jens 
mit Auszügen aus der Verteidigungsrede des Judas Ischarioth

Prof. Dr. Peter Wick Lehrstuhl für Exegese und Theologie des Neuen Testaments, Geschichte des Urchristentums, Ev.-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum | Predigt

Harald Schwaiger Schauspieler | Auszug aus dem Schauspiel JUDAS 

Susanne Karmeier Pfarrerin an St. Reinoldi | Liturgie

Christian Drengk Kantor an St. Reinoldi | Orgel

Judas. In Deutschland ist es verboten, einem Kind seinen Namen zu geben. Er ist der Schwerverbrecher der Bibel. Seine Geschichte steht für eine Geschichte von Verrat. Von Habsucht, Heimtücke und Heuchelei. Von Schuld ohne Vergebung. Seit Jahrhunderten gilt er als der größte Sünder, der daran schuld sein soll, dass Jesus sterben musste. Und zieht eine Spur der Vorwürfe und des Hasses, der Vorurteile und auch antisemitischen Verleumdungen nach sich. Dabei ist das nur eine Sichtweise auf das Schicksal des Judas, die sich erst ab dem 4. Jahrhundert so durchgesetzt hat. Im Gottesdienst schauen wir hin – in die biblischen Zeugnisse und ihre Auslegungsgeschichten. Die Judasgeschichte steckt voller Rätsel. Wer ist Judas? Welche Rolle spielt er? Welche Bedeutung hat er – bis heute - für uns?

Informationen erhalten Sie bei Susanne Karmeier, Stadtkirchenpfarrerin an St. Reinoldi - Tel. 0231. 91 25 337 / karmeier(at)sanktreinoldi.de